1. – 22. September 2018
Eröffnung: 31. August 2018 | 19 Uhr

 

Loock Galerie freut sich mit Placed die erste Ausstellung Kristin Nordhøys in Deutschland zu eröffnen. Es werden neue Malereien aus ihren Serien Transparent (seit 2010) und Interference (seit 2016), Zeichnungen, und eine ortspezifische Wandmalerei gezeigt. Ausgangspunkt für diese unterschiedlichen Arbeiten ist immer eine komplexe, aus der Überlagerung von sich überschneidenden Linien gebildete Struktur. Nordhøy beginnt ihre Gemälde, indem sie Abdeckband in Streifen auf monochrome Leinwände appliziert, und ihre Zeichnungen, indem sie unsichtbare Linien auf Papier verfolgt. Je nach Medium malt sie entweder zwischen den Linien, entfernt das Klebeband, und integriert dann geschwungene und nicht-parallele Linien in unterschiedlichen Farben, oder macht das Unsichtbare sichtbar, indem sie ihre Linien mit Pastellkreiden und Kohle nachzieht. Die Ergebnisse sind vielfältig.

 

 

In Nordhøys Zeichnungen, die formal wie auch hinsichtlich der visuellen Effekte an die Arbeiten des Surrealisten Max Ernst, der Minimalistin Agnes Martin und der Op-Art – Künstlerin Bridget Riley erinnern, entsteht durch die Linienführung eine Räumlichkeit. Sie geben so diesem traditionell zweidimensionalen Medium einen unerwarteten Eindruck von Tiefe. Diese Linien, die senkrecht und in verschiedenen Winkeln zueinander verlaufen, bilden auch – wie dies ebenfalls auf ihren Leinwänden und ortsspezifischen Wandmalereien der Fall ist – Schachbrett- und Moiré-Muster. Diese Motive, die manchmal tangentialen Holzmaserungen oder einem Kräuseln einer Wasseroberfläche ähneln, erzeugen eine optische Täuschung, die das menschlich Auge dazu zwingt, mehrfache Schichten zu sehen oder aber sich auf der Suche nach einem einzigen Referenzpunkt ständig zu bewegen; Ersteres geschieht häufig, wenn man ihre Rasterzeichnungen und Malereien aus der Serie Transparent betrachtet, während Letzteres festzustellen ist, wenn man ihre Zeichnungen mit geschwungenen Linien und ihre Malerei aus der Serie Interference ansieht.

 

 

Nordhøys Malereien und Zeichnungen, die in der Galerie und im Showroom ausgestellt werden, komplementieren eine ortsspezifische Wandmalerei. Diese Arbeit ist das Ergebnis einer Reihe von Handlungen: An der vorderen Wand wurde ein Klebeband angebracht, um ein dichtes Raster zu bilden, dann wurde alles übermalt und das Klebeband wieder entfernt, um so den monochromen Farbaufstrich darunter, sowie den Arbeitsprozess der Künstlerin offenzulegen. Mit dieser Arbeit werden die BesucherInnen konfrontiert, sobald sie die Galerie betreten. Indem sich die BersucherInnen durch die Galerie bewegen, verändert sich die Wirkung der Wandmalerei.

 

 

Kristin Nordhøy ist 1977 im norwegischen Oslo geboren. Sie schloss ihr Studium der Bildenden Künste an der Osloer Nationalakademie 2006 mit einem MA ab und stellt seitdem europaweit aus. Sie wurde mit renommierten Stipendien des Kunstrat Norwegen und des Verband der Bildenen Künstler Norwegens ausgezeichnet. Ihre Arbeiten befinden sich in den Sammlungen der Norwegischen Bank, des norwegischen Außenministeriums, der Pro Artibus Foundation und des norwegischen Sammlers Erling Neby.