Sleeping by the Mississippi

16. Juli - 14. August 2004


Wohnmaschine freut sich, die erste Einzelausstellung des Fotografen Alec Soth außerhalb Amerikas zu zeigen. Soth (*1969) gilt spätestens seit seiner Teilnahme an der Whitney Biennale 2004 in den Vereinigten Staaten höchste Aufmerksamkeit.

Die Werkgruppe Sleeping by the Mississippi vereint Porträts, Interieurs und Landschaften, die mittels Grossbildkamera während mehrerer Reisen entlang des Mississippi - Nordamerikas längstem und wohl auch berühmtesten Fluss – aufgenommen wurden. Soth stammt aus Minneapolis, einer Stadt, die geografisch den nördlichsten Punkt des Mississippi-Gebietes markiert. Von dort gen Süden reisend, suchte er Motive jenseits der Großstädte und Industriezentren. Er richtete seinen Blick auf das Unprätentiöse und versuchte den Charakter der Ufergegenden einzufangen. Bizarr und rätselhaft erscheinen nicht nur die Bewohner, sondern auch die Landschaften. Einsamkeit, Religion, Kriminalität und Prostitution sind immer widerkehrende Themen in den Fotografien. Kritik wird dabei nicht plakativ ins Bild gesetzt, sondern ist in den malerischen Kompositionen erst auf den zweiten Blick wahrnehmbar. Poesie, für Soth das der Fotografie am nächsten stehende Medium, spielt eine Schlüsselrolle in seinen Arbeiten, einzelne Werke werden von einem schriftlichen Kommentar begleitet. Formal folgt Soth den Arbeiten der Heroen der Amerikanischen Fotografie des 20. Jahrhunderts, wie William Eggleston, der für die Serie von Soth portraitiert wurde, Robert Frank oder seinem Lehrer Joel Sternfeld. Soths Bilder sind jedoch nicht vom fotografischen Augenblick einer 100stel Sekunde geprägt, sondern dokumentieren einen scheinbar zeitlosen Raumvielmehr durch den zeitintensiven Aufbau seiner Kamera. Soths Fotografien schaffen ein poetisch-melancholisches Portrait der zentralen Staaten der USA.

Das Buch Alec Soth – Sleeping by the Mississippi, erscheint im Herbst 2004 im Steidl Verlag. Zur Ausstellung liegt es bereits vor.