Margit Emmrich – Wohnzimmer

24. Januar – 28. Februar, 2026

Mi bis Sa 12 – 18 Uhr

Eröffnung: Samstag, 24. Januar 2026 | 15 – 20 Uhr

 

Margit Emmrichs Wohnzimmer ist eine wegweisende Fotografische Arbeit aus den 70iger Jahren, die Menschen in ihren Wohnzimmern in Ostdeutschland zeigt. Die Arbeit Wohnzimmer richtete den Blick in die privaten Räume unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, vom Arbeiter und Bauer bis hin zu Intellektuellen und Künstlern. Die Bilder sind Bühne für Selbstdarstellung und zeigen die bunte Welt der DDR.

Margit Emmrich gehörte zu den ersten ostdeutschen Fotografinnen, die mit Farbfotografie in dokumentarischem Sinn experimentierten. Mit einer Großformatkamera fotografiert, verbindet Emmrich formale Präzision mit intimer Beobachtung. Die porträtierten Personen wirken in ihren detailreichen und dicht möblierten Innenräumen sowohl inszeniert als auch natürlich. Objekte, Tapeten und Möbel sind nicht nur Hintergrund, sondern prägen die Porträts aktiv und offenbaren soziale Identität, persönlichen Geschmack und die Aushandlung von Selbstverständnis in privaten Räumen. Christian Borcherts Familienbilder aus den 1980iger Jahren sind von Margit Emmrichs Wohnzimmern inspiriert, wurden im Gegensatz jedoch mit der Kleinbildkamera in Schwarz Weiß aufgenommen.

Wohnzimmer von Margit Emmrich wird nach seiner ersten Präsentation 1978 nun wieder umfänglich mit 20 Motiven in der LOOCK Galerie gezeigt und betont damit die Bedeutung als Gesamtwerk: Die Innenräume artikulieren eine gemeinsame, aber doch vielfältige Wohnkultur und zeigen, wie alltägliche Lebensräume als einer der wenigen Orte für Individualität, Anpassung und stille Veränderung innerhalb der ostdeutschen Gesellschaft fungierten.

 

Ackerstr. 171, 10115 Berlin