10. Januar - 21. Februar 2009

 

1. November - 20. Dezember 2008
Eröffnung 31. Oktober 2008, 19 - 21 h

 

Loock Galerie freut sich, neue Arbeiten des amerikanischen Kuenstlers Charlie White  zu praesentieren.

Whites aktuelle Werkgruppe ist das Ergebnis von drei Jahren Forschung und Produktion.

Sie besteht aus dem 35 mm- Kurzfilm American Minor, dem Trickfilm OMG BFF LOL und einer Serie von neuen Fotografien. Die Ausstellung mit dem Titel The Girl Studies spiegelt die weit gefasste Palette Whites kuenstlerischer Praxis wider und entwickelt seine spezifisch amerikanische Kulturkritik weiter.

 

Im Rahmen von The Girl Studies wird Whites erster Film, American Minor, uraufgefuehrt: ein 35mm-Kurzfilm, eine Meditation ueber die isolierte Welt eines weiblichen Teenagers in Amerika. In ruhigen, akribisch komponierten Szenen konzentriert sich der Film auf die externe Umgebung und den inneren Zustand eines vierzehnjaehrigen amerikanischen Maedchens aus der oberen Mittelschicht, dessen Identitaet und Bewusstsein durch Produkte, Gegenstaende und staendigen Konsum definiert werden. Die genaue Balance von organisatorischer Spannung und Gesellschaftskritik, die wir aus Whites Fotografie kennen, entfaltet sich in der Filmzeit mit beunruhigender Konzentration.

 

Weiterhin präsentiert White den Trickfilm OMG BFF LOL, bei dem er fuer Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnet. Es ist ein Trickfilm, wie er fuer das Samstags-Morgen-Fernsehprogramm in den USA typisch ist und wird zudem als Teil von American Minor eingesetzt, wo man in einer Szene den Ton ohne das Bild vorfindet. Indem er sein eigenes Nebenprodukt der weiblichen Teenagerstimme erschafft, erkundet White den Prozess der Wieder-Erschaffung als eine alternative Strategie der kulturellen Intervention. Mehr als nur Vereinnahmung, aber keine völlige Parodie, bringt OMG BFF LOL die kreative Teilnahme des Kuenstlers an einem anderen Medium mit sich, um dessen Inhalt zu verstehen und letztendlich abzuwandeln.

 

In seinen neuen Fotografien entfernt der Künstler die bildhafte Szenerie, die seine frueheren Projekte definiert hat, und betrachtet seine Themen direkt, ohne die Vermittlung von Kulissen, Requisiten oder Erzaehlungen. Zentral fuer diese neue Herangehensweise ist eine Gruppe von fuenf Fotografien mit dem Titel Teen and Transgender Comparative Study, die zwei Pubertaeten nebeneinander stellt: eine biologisch, die andere chemisch/chirurgisch. Im Verlauf eines Jahres arbeitete White daran, Teenager und Transsexuelle als Modelle zu finden, die, wenn zusammen betrachtet, eine visuelle Bruecke von weiblicher Pubertaet zur Geschlechtstransformation von maennlich zu weiblich schlagen. In anderen Arbeiten wie Boy Posed und Girl Posed, verfolgt White die Vorrangstellung der weiblichen Identitaet und des Begehrens im 21. Jahrhundert, indem er Portraits aus Zeitschriften fuer Teenager wie J-14, Pop Star und Teen Beat imitiert. In diesen Bildern isoliert White den Blick, der fuer die weiblichen Teenager-Konsumentinnen etabliert wird, und hebt die uneingestandenen Komplikationen dieses Blicks als ein Produkt von Erwachsenen hervor.

 

Gleichzeitig mit der Ausstellung erscheint im Verlag JRP Ringier das Buch American Minor, herausgegeben von Codax, Zuerich mit Essays von Christoph Doswald und Dorothea Strauss. Das Buch dokumentiert Whites Atelierarbeit von 2003 bis 2008 und katalogisiert sein persoenliches Archiv, Dokumente, Sammlungen und die wichtigsten Arbeiten mit dem Schwerpunkt auf dem Bild des amerikanischen Teenagers im spaeten Kapitalismus.

 

Charlie White, geboren 1972, ist seit seiner ersten Einzelausstellung 1999 international bekannt. Von Grace Glueck wurde er in der New York Times als "ein Genie der inszenierten Fotografie" beschrieben, "der bei seinen narrativen Aufnahmen mit filmischen Techniken Regie fuehrt", und David Vellesco beschrieb seine Arbeit als "ueppige und fesselnde Schnappschuesse einer typisch amerikanischen Psychologie". Charlie White stellte u.a. in folgenden Museen aus: PS1 Contemporary Art Center, New York; MCA Chicago; Oberoesterreichisches Landesmuseum, Linz; ZKM Karlsruhe; Centro de Arte Contemporáneo in Salamanca, Spanien.

 

Im kommenden Fruehjahr wird The Girl Studies im Hammer Museum in Los Angeles ausgestellt. 

 

Loock Galerie freut sich, mit der Einzelausstellung “Camelia–€ neue Werke des japanischen Künstlers Yoshihiro Suda in der Halle am Wasser zu präsentieren.

Der japanische Künstler Yoshihiro Suda, bekannt für seine Holzskulpturen von lebensgrossen Blumen und Pflanzen, bezieht sich in seiner Arbeit auf den japanischen Begriff “ma–€. Dieser umfasst ein Bedeutungsspektrum von “nichts–€,“dazwischen–€, “Beziehung–€, “Leerstelle–€, bis hin zu “etwas–€.  Auf fast zen-hafte Weise inszeniert er im Ausstellungsraum seine Skulpturen und lenkt unsere Aufmerksamkeit auf den Umstand etwas zu übersehen. Er platziert die falschen botanischen Objekte an unerwartete Stellen, man könnte behaupten, dass er sie versteckt, um uns auf eine Schatzsuche zu schicken. In überwältigender Art beherrscht Suda bildhauerische Mittel, wie sie schon in der Antike zu finden sind und schöpft aus dem tradierten und zeitlosen Blumenthema, jedoch ist seine Positionierung in der zeitgenössischen Kunst unverkennbar. Die Innovation liegt in der subtilen Platzierung seiner Arbeiten, dem Minimalismus in der Farbgebung, der in den von Suda geschaffenen räumlichen Umgebungen eine Wirkung entwickelt, die sowohl beruhigend wie auch überraschend ist. Es ist der Ort, an dem Natur eins ist mit der Kunst, und wo einfache Schönheit in gewöhnlichen Dingen gefunden wird.

Die Arbeiten von Yoshihiro Suda waren in den letzten Jahren im Kunstmuseum Wolfsburg, Städel Museum Frankfurt, Lenbachhaus München, Fondation Beyerle, Basel, Louisiana Museum, Kopenhagen zu sehen. Permanente Installationen sind im Neuen Museum, Nürnberg und im Art House Project “Gokaisho–€ in Naoshima zu sehen.